November in Wien und die Marianne Mendt, die Grande Dame der Szene, singt Jazzstandards im «Jazzland»…

Kick, an der Bar, schaut sich die Bilder an den Backsteinmauern des alten Lokals an und fragt, weil grad’ Pause ist, den Mann neben ihm, ob die alle da g’spielt haben, sogar der Arnett Cobb, hearst wirklich?, und ganz erstaunt, begeistert, sagt der, was? du erkennst den Arnett und wieso kenn’ ich dich dann net, dabei kenn’ ich doch die ganze Szene von Wien, weil, weisst, des «Jazzland» g’hört mir, und ich bin der Axel…

Und wie der Kick erklärt, dass er Wiener ist, aber halt in Zürich lebt, sagt der bleiche Jüngling neben ihm, Zürich?  da leb’ ich auch, also er sagt auccchhh, und dass er grad da in Wien einen Workshop übern Zawinul macht…

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Wie das Konzert vorbei ist, plaudert man noch ein bisserl und der Axel spendiert noch einen Whisky, aber der Jüngling trinkt nur ein Wasser, sagt er, aber gut, wisst’s was, heut’ hau ich drauf, und ich bin der Moling Michl, und auf einmal red’t der tirolerisch, wisst’s, sagt er, mein Vater isch a Tiroler…

Sie hab'ns über Wienerlieder, Tom Waits, Blues und Jazz und was-weiss-ich noch alles, und der Whisky geht auf’s Haus, weil’s dem Axel auch so taugt und alle sind schon weg, da sagt der Axel, hearst, spiel halt was, bleicher Michl, und der Kick sagt, dann sing’ ich dazu, wie wär’s mit dem Waits seiner Mathilda…

Und der Moling greift in die Tasten von dem abgehangenen Steinway, der Kick fangt an zu singen, mit dem Text vom Ambros Wolfgang, und er spürt, wie er versinkt, in der G’schicht, weil so wie der Moling das spielt, es kommen ihm fast die Tränen, beim Singen, und dann sieht er, der Moling hat auch ganz feuchte Augen und der Axel an der Bar sagt heiser: « bist du deppert…»

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